Bildquelle: BZ Berlin.de
Bildquelle: BZ Berlin.de

Im Aufnahmeheim Röntgental wurden Bürger/innen der BRD und Westberlins untergebracht, die in die DDR übersiedeln wollten.

Das Aufnahmeheim Röntgental war dem Innenministerium der DDR unterstellt.

MfS und Kriminalpolizei arbeiteten dort gleichermaßen. Sie hatten die Aufgabe die DDR vor Kriminellen, Spionen und Saboteuren zu beschützen.

 

Das Heim geriet derart außer Kontrolle, dass die eigentlichen Aufgaben der Kriminalpolizei und des MfS in den Hintergrund traten. Die Angehörigen der Kriminalpolizei und des MfS agierten als Sozialdetektive. Ein weiterer Machtfaktor waren die Kulturfrauen. Sie waren Aufsichtspersonen und Sozialarbeiterinnen in Personalunion. Hauptthema der Befragungen war Arbeit und Beruf. Es wurden neoliberale Maßstäbe angelegt. So waren Arbeitslose aus kapitalistischen Ländern( hier BRD und Westberlin) an ihrer Situation selbst schuld. Sich gegen kapitalistische Willkür wehren, wurde als Arbeitsunwilligkeit ausgelegt.  Es wurde so getan, als gäbe es  in der DDR und in der BRD(Westberlin) kein Arbeitsrecht. Das steht im Widerspruch dazu, dass das Arbeitsrecht der DDR vorbildlich war (ist).

 

Das Aufnahmeheim Röntgental vermittelte ein Bild von der DDR, wie in der antikommunistischen Propaganda.

 

Die meisten Übersiedlungswilligen wurden wieder in die BRD, bzw. nach Westberlin, abgeschoben. Durch den psychologischen Druck seitens des Heims, waren die meisten traumatisiert oder zumindest desorientiert. Sie waren eine leichte Beute für unseriöse Journalistinnen und Journalisten und/oder westliche Geheimdienste.

 

Petra Reichel

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Wenn man auf das Bild klickt, kommt man zum gesamten Dokument

 

Dieses Dokument ist am 27.05.1959 abgefasst worden. Es enthält eine Fallsammlung und einen Bericht über Spione und Kriminelle unter den Übersiedlern. Das MfS machte sich Gedanken über eine Strategie, um  diesem Problem Herr zu werden.

Aus dem damaligen Fall Bumerangeffekt wurde nicht gelernt. Das Ansehen der Person spielte weiterhin eine entscheidende Rolle.  Die angewandte Psychologie trieb die Menschen in die Verzweiflung und möglicherweise direkt in die Arme der gegnerischen Geheimdienste.

 

In den 1950er Jahren war es einfach in die DDR überzusiedeln.  Die Erfahrung der 1950er Jahre zeigt, dass die spätere strenge Handhabung bei der Bearbeitung der Anträge auf Übersiedlung in die DDR, bzw. auf Staatsbürgerschaft der DDR notwendig war. Ebenso, dass die Aufnahmeheime geschlossen waren.  

 

Doch das Konzept der Aufnahmeheime, zuletzt Röntgental, war fehlerhaft.  Damit setzt sich diese Website kritisch auseinander.

 

Petra Reichel

Siehe Beträge unter der Kategorie "Aufnahmeheim Röntgental" Unterkategorie "Spione und Kriminelle"

auf dem Wordpress-Blog "Was war die DDR" .

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Schreiben von Erich Mielke vom 08.03.1985 - Kurzauswertung

 Keine Panik, wenn man das im Video nicht so schnell mitlesen kann. - Hier kann man die Kurzauswertung zum Schreiben von Erich Mielke vom 08.03.1985 in Ruhe im Power Point-Vortrag lesen.

Armutszeugnis

Ausschnitt aus dem Brief von Frau Glaser an den Bürgermeister von Rostock
Ausschnitt aus dem Brief von Frau Glaser an den Bürgermeister von Rostock

Es ist eine Schande, dass  die Konzeption des Aufnahmeheims Röntgental, bzw. dessen Vorgaben „Futter“ für die Gegnerschaft der DDR, wie z. B. Frau Glaser ist.

 

In ihrem Brief an den Bürgermeister von Rostock hat Frau Glaser ein entsprechendes Armutszeugnis ausgestellt.

 

Siehe auch "Der Fall Sylke Glaser" und die Dokumentensammlung in der "Stasi"-Mediathek.

 

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Stream auf der Facebook-Seite

Die offizielle Geschichtsschreibung befasst sich nun mit dem Aufnahmeheim Röntgental. In der "Stasi"-Mediathek der Behörde, welche alte Akten verwaltet und Antikommunismus betreibt, interpretiert die Geschichte auf ihre Weise. Doch Fakten und Dokumente kann man dort entnehmen. 

Die "Stasi"-Mediathek hat ein historisches Dokument des MfS veröffentlicht. 

Um Näheres zu erfahren, bitte auf das Bild klicken.

Weitere Auswertungen der Beiträge der "Stasi"-Mediathek und der dort veröffentlichten historischen Dokumente werden nach und nach auf dem WordPress-Blog "Was war die DDR" und den entsprechenden Seiten auf Facebook und Google+ veröffentlicht. Um zu den Seiten zu gelangen, bitte auf die Logos(siehe unten) klicken.


Gastbeitrag von Günter Recknagel

Günter Recknagel war ein Behördenvertreter in der DDR.

Obwohl ich bei einer Abteilung Inneres in der DDR tätig war, kann ich über das spezielle Thema keine näheren Äußerungen machen. Dazu können sich nur die damit befassten ehemaligen Mitarbeiter äußern, die sich aber aus guten Gründen offensichtlich abgeduckt haben.

Ich weiß nur, dass diese Heime in erster Linie unter der Verantwortung des MdI standen. Für die operative Kontrolle des MdI war die HAV II des MfS verantwortlich und jedes Organ hatte seine eigenen Dienstanweisungen. Eines ist mir klar, es ging in erster Linie um das Erkennen bzw. um die Erarbeitung erster Hinweise zur Bearbeitung von Spionen der westlichen Geheimdienste. Dafür war aber wiederum die HA II verantwortlich. Nur die Bearbeitung von Beweisen für eine Spionagetätigkeit konnte nur möglich sein, wenn diese Menschen anschließend in der DDR leben konnten. Der psychische Druck in diesen Heimen ist mir eigentlich unverständlich außer dem eventuell entstehenden Lagerkoller. Im Gegenteil, eine offene und freundliche Atmosphäre wäre eigentlich dem operativen Ziel mehr entgegengekommen. Man muss sich ja vorstellen, unter welchem psychischen Druck diese Menschen schon dort ankamen. Dann noch mehr Druck aufzubauen, war meines Erachtens unmenschlich. Es wäre besser gewesen, Gelegenheit zum Druck ablassen zu geben.   Die Zustände dort waren, so wie sie beschrieben werden und Dir glaube ich unbesehen, unwürdig und entsprachen nicht der offiziellen Politik der DDR. Man hätte mit mehr Gefühl für die Probleme dieser Menschen viel mehr Gutes für unseren Staat durchsetzen können.

Und das geht nur, indem man Vertrauen aufbaut.

Ich kenne die Dienstanweisungen nicht, nach denen dort gearbeitet wurde, kann mir aber vorstellen, dass die Verantwortlichen ständig dagegen verstoßen haben und diesbezüglich nicht streng kontrolliert wurden.

 

Günter Recknagel

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Gastbeitrag von Clemens Külberg

Aufnahmeverfahren vor 1961

Das Aufnahmeverfahren in einem DDR- Übersiedlungslager dauerte vor 1961 damals im Schnitt 6 Wochen.
Meine Angaben beziehen sich auf das Frühjahr 1961.In dieser Zeit wurden die behördlichen Überprüfungen akribisch vorgenommen.
Da dieses Barackenlager, von dem ich hier schreibe, gerammelt voll war bzw. aus Nähten platzte, zog man die männlichen Übersiedler zu NAW-Arbeiten zur Erweiterung des Objektes heran (Barackenbau).So hatten nach Beendigung der Einbürgerungsprozedur schon manche 50 und mehr NAW-Stunden abgerissen.
Es gab ausreichend medizinische Versorgung, normales und ausreichendes Kantinenessen und eine umfangreiche kulturelle Betreuung (kostenlos).
Hierbei gab es auch politische Veranstaltungen und Vorträge zum Leben in der DDR. Diese waren freiwillig .Auch eine Busfahrt durch Ostberlin wurde organisiert.
Die Barackenzimmer waren mit Doppelstockbetten, Spind und Tisch/Sitzmöglichkeiten versehen.(Design NVA)
Unter den Übersiedlern waren zahlreiche Familien mit Kindern, Einzelpersonen, BW-Angehörige, Fremdenlegionäre und auch politische Flüchtlinge aus Luxemburg z.b.
Einige Antragsteller wurden abgelehnt und mussten wieder zurück.
Befragungen wurden im Lager direkt durchgeführt, in Ausnahmefällen wurde man auch zu den Dienststellen außerhalb vorgeladen.
Sehr viel Aufmerksamkeit wurde dem Lebensweg der Antragsteller in den Jahren 1933/45 und danach gewidmet.
Das waren oft die Fragen, die das Procedere der Einbürgerung verlängerten.

 

Diese Auskünfte beziehen sich auf das Übersiedlungslager Blankenfelde/ Berlin. 

 

Bis 1961 wechselten ca.20-50 000 Personen jährlich von West nach Ost.

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Anmerkungen zum Beitrag der bpb

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat  wenig mit politischer Bildung zu tun. Dies ist eine staatliche Propagandainstitution und da antikommunistische Propaganda Staatsdoktrin ist, betreibt  die bpb(Abkürzung für diese Institution) folglich antikommunistische Propaganda.

 

Zum Beitrag der bpb zum Aufnahmeheim Röntgental bitte hier klicken.

 

Die falsche Konzeption der Aufnahmeheime der DDR, zuletzt des Aufnahmeheims Röntgental,  liefert dieser antikommunistischen Institution „Futter“. Aber dieses „Futter“ reicht dieser antikommunistischen Institution nicht. So wird noch einiges verdreht und hinzugedichtet.

 

Nun  Anmerkungen zu einigen Punkten:

 

Als Seitenbetreiberin und Zeitzeugin(Petra Reichel) kann ich kann dazu sagen, dass es die „kleinen“ Beamten waren, die den Betroffenen, trotz aller Widrigkeiten Mut machten. Kriminalbeamte versuchten auch Entlastendes zu ermitteln und nahmen es in die Protokolle auf. Diese akribische Kleinarbeit wurde von den Vorgesetzten zunichte gemacht. Entlastendes wurde bei der Entscheidungsfindung und im Abschlussbericht ignoriert und nur Belastendes zur Entscheidungsfindung und für den Abschlussbericht  herangezogen. Dabei wurde dem Belastenden viel Gewicht beigemessen. Kurzerhand wurden sachliche Fehler in den Abschlussbericht eingebaut, um die Geringschätzung der Betroffenen hervorzuheben. 

 

 

 Zu den Fahrern, bzw. Begleitbeamten kann die Seitenbetreiberin und Zeitzeugin(Petra Reichel) nur sagen, dass diese den abgelehnten Betroffenen Mut machten und Mitleid mit diesen hatten.

 

Da ist zu vermuten, dass auch die „kleinen“ Beamten Opfer der Allmacht des Heimes, bzw. derer die das Sagen hatten, wurden. So ist es durchaus möglich, dass nicht nur die Arbeit der „kleinen“ Beamten zunichte gemacht wurde, sondern auch ihre Existenz gefährdet war. (z.B. durch Falschbeschuldigung seitens ihrer Vorgesetzten)

 

Der Seitenbetreiberin (Petra Reichel) ist es nicht möglich den Vermutungen nachzugehen. Ihr bleibt nur die Hoffnung, dass es irgendwann doch ehrliche Historikerinnen und Historiker gibt, die diesbezüglich Forschungen betreiben.

 

Die „kleinen“ Beamten, die auch Opfer der Praktiken der Mächtigen des Heims, wurden, werden nun nochmals Opfer, indem sie von einer antikommunistischen Institution vorgeführt und möglicherweise abermals falsch beschuldigt werden.

 

Nun fragt sich wer der DDR treu ergeben war.  Wohl eher die „kleinen“  Beamten, deren Arbeit zunichte gemacht wurde. In die Standardbeschuldigung  „....verkehrt in negativen Kreisen“ kann alles Mögliche interpretiert werden. Dieser Vorwurf wurde im geschilderten Fall einem Fahrer gemacht. 

Im hier geschilderten Fall des Kriminalbeamten, der in finanziellen Schwierigkeiten war, wird ein Verdacht konstruiert, der ihn vermutlich seine Existenz kostete. So konnte das Heim unliebsame „kleine“ Beamte loswerden, die anständig gearbeitet haben und Mitleid mit den abgelehnten Übersiedlungswilligen hatten.

 

 Die bpb macht mit dem Abschnitt zu den mitgebrachten Devisen der Übersiedlungswilligen eine Falschaussage.  Das Geld wurde nicht eingezogen, sondern bei der Staatsbank der DDR verwahrt. Die abgelehnten Übersiedlungswilligen erhielten bei der Abschiebung ihr DM-Guthaben zurück.

 

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Gastbeitrag von Thomas Malke

Historiker 

Historiker sind Leute, die viel erzählen. Allerdings erzählt jemand auch viel Mist, wenn er viel erzählt. Außerdem, der gefährlichste Feind des Historikers ist der Zeitzeuge, er kann das so sorgsam aufgebaute Trugbild nämlich mit einmal zerstören. Darum werden auch manche "Zeitzeugen", nämlich die, die das verordnete Bild unterstützen, immer wieder zitiert, die anderen aber als DDR-Spinner, Nostalgiker, Ewiggestrige oder gar Stasispitzel bezeichnet. Keine Angst, das hat alles System und der Historiker ist jedes Mal das Werkzeug dafür: Wessen Brot ich ess’, dessen Lied ich sing.

 

Thomas Malke

 

 

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Fazit

Bildquelle: Tweak PC
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Dem Westen kam doch die Handlungsweise des Heims gerade recht. Es war doch die Politik des Westens die DDR "auszubluten". Reumütige Rückkehrer/innen und anderweitig Interessierte wollten in die DDR kommen. Na, das passte doch nicht in die politische Strategie des Westens. Von der örtlichen Politik abgesehen, gab es keine Gedenkkampagnen u.ä. nach der Niederlage. Na warum wohl? Fakt ist, dass die Handlungsweise des Heims nicht dem Schutz der DDR diente.


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